Die perfekte Story für Aliens5

November 23rd, 2009 by spacyfreak

Prequels an sich sind eine Krankheit – man hat den Eindruck, es ist schon alles ersonnen, alles geschrieben, alles verfilmt worden, also füllt man die Zeit bis neue Genies am Horizont erscheinen mit der “Story vor der Story” – wie alles begann.

Im Falle von ALIEN könnte ein Prequel jedoch durchaus reizvoll sein.

Viele Fragen sind offen- wo kam das fremde Raumschiff her? Wer oder was ist dieser riesige, vesteinerte Steuermann? Wer hat diese Eier gelegt? Und vor allem – WER HAT DAS NOTSIGNAL AKTIVIERT?

SO könnte es gewesen sein…

Alien – das unheimliche Wesen aus einer anderen Welt. Das war der Anfang wie wir ihn kennen.

Raumfrachter Nostromo empfängt ein Notsignal, der Captain entscheidet der Sache nachzugehen.

Sie entdecken ein halbkreisförmiges “Etwas”. Ein Raumschiff? Vielleicht. Oder etwas “in der Art”.

Darin – viele grosse Eier. Und..

Richtig – der Space Jockey.

Ein Navigator? Jedenfalls definitiv eine fremde Spezies.

Versteinert, vor tausenden von Jahren gestorben, hier, weit weg von zu Hause.

Völlig allein. Was hat ihn hier her verschlagen?

Er ist anders als der Mensch, anders als die Aliens. Eine andere Gattung eben.

Der “Navigator” hat keinen Körper, er besteht nur aus spiritueller Energie.

Die Spezies zu der er gehört bildet sich aus gestorbenen Menschen von der Erde.

Von unserer Erde, in unserem Universum.

Das was man “Seele” nennt verlässt den Körper wenn er stirbt, und verschwindet. Nicht in den Himmel zu einer Art liebevollem Vater, auch Gott genannt - dieses “Etwas” das man Seele nennt wird in eine Paralell-Welt gesogen, wie von einem Magneten, oder kosmischem Staubsauger.

Dort angekommen, muss die Seele einem Puzzlestück gleich seinen richtigen Platz finden. 

Das Ziel und die Bestimmung liegt darin, eine vollkommene unfassbar grosse Kugel zu bilden, bestehend aus der Lebensenergie verstorbener Menschen von der Erde. Von unserer Erde.

Die Kugel ist erst zu drei Vierteln gefüllt – wenn sie vollkommen ist, eine kritische Masse erreicht ist, dann entsteht ein neues Universum, und alles beginnt wieder von vorne- ein ewiger Kreislauf, Kausalität.

Der Navigator hat tatsächlich keinen Körper in dem Sinne wie wir ihn kennen.

Wenn er jedoch in Berührung mit Materie kommt, wird er “eins” mit der Materie,  je nach Zweck der Materie.

Berührt er ein Tier, verschmilzt er mit dem Tier. Berührt er einen Baum, verschmilzt er mit dem Baum.

Berührt er den Sitz der halbrunden Maschine – wird er eins mit dem Sitz, er wird zum Navigator.

Diese Spezies muss nichts bauen, erschaffen, entwickeln – sie stellt sich einfach etwas vor, und es beginnt zu existieren.

In diesem Paralleluniversum gibt es nicht nur den Navigator und seine Gattung.

Es existieren dort auch andere Lebewesen.

Das boshafteste Lebewesen das dort existiert, ist eine humanoide Gattung – Menschen.

Die Menschen in dieser Parallelwelt leben in der Illussion, “gut” zu sein, eine weit fortgeschrittene Kultur zu haben, sie machen Kunst und Politik, Musik und Bauten. Sie beten zu Göttern und fühlen sich als “erwähltes Volk.”

Doch sie sind böse – selbstverliebt, selbstherrlich, gierig, intolerant, zerstörerisch, ängstlich  - kurzsichtig.

Sie möchten verhindern dass die Kugel zu ihrer Vollendung kommt, da sie den ewigen Kreislauf nicht verstehen können und es einfach nicht akzeptieren möchten dass ALLES ein ewiges Pulsieren ist – ein Kommen und Gehen, ein Geborenwerden und Sterben. Daher möchten sie mit aller Macht verhindern, dass die Kugel vollendet wird.

Sie wissen nicht, woher die Masse stammt, aus der die Kugel heranwächst. Sie können lediglich messen, dass die Kugel langsam aber sicher immer grösser wird. Sie können berechnen dass die Vollendung der Kugel ihren Untergang bedeuten wird.

Die Menschen in dieser Parallelwelt bauen eine gewaltige Rüstungsindustrie auf. Die Perfektion des Tötens hat oberste Priorität. Unglaubliche Ressourcen werden in den Willen investiert, effizient und nachhaltig zu töten.

Um sich gegenseitig zu töten – jedoch auch um Mittel zu finden, die Kugel zu vernichten und ihre Vollendung aufzuhalten.

Doch sie können die Kugel nicht zerstören, welche Waffen sie auch einsetzen, jeglicher Versuch scheitert. Sie beginnen mit biologischen Waffen zu experimentieren, destillieren die Gene und Eigenschaften zahlreicher Arten und designen daraus etwas neues – das boshafteste, widerstandsfähigste Ungetier das jemals existiert hat. Ein Wesen, das nie existiert hätte, das nie geplant war, das “nicht vorgesehen” war. Ein Ungleichgewicht in diesem fremden Universum.

Die theoretische Grundlage liefert kein Militär-Experte – sondern ein Philosoph. Er stellt die Theorie auf, dass die Kugel die Vollkommenheit anstrebt, und nur mit einem Ungleichgewicht bezwungen werden kann. Nicht die biologischen Kampfmaschinen würden die Kugel zerstören – sondern das entstehende biologische Ungleichgewicht.

Die Aliens sind keine “Insektenart”, sie haben zum Teil zwar auch Insektengene – doch das was sie eigentlich ausmacht, was sie so boshaft und gewissenlos macht, sind die humanoiden Gene und ihr unstillbarer Hunger nach Blut und Fleisch. Das Gebiss – daran ist ihr Ursprung zu erkennen. Ein humanoides Gebiss. Sie sind unkaputtbar – sie sind erschaffen und gezüchtet um zu überleben und zu vernichten.

Die Menschen in diesem Paralleluniversum sehen sich als “Vollstrecker Gottes”. Sie empfinden die Kugel und ihre Wesen als Teufelsgeschöpfe, die es zu bekämpfen und vernichten gilt.

Da jeglich ihrer Waffen gescheitert sind, möchten sie die Wesen in der Kugel “vergiften” – mit der Saat des Bösen, mit den Genen die kein Erbarmen, kein Gefühl, keine Liebe zulassen.

Um sich selbst vor der Vernichtung durch die Aliens zu schützen, bauen sie eine Art Container – ein riesiges Schiff, voller wissenschaftlicher Apparaturen. In grossen Zylindern sind die verschiedenen Bestandteile aufbewahrt – zu gefährlich, ein lebendes Alien zu erzeugen. Das Alien wird auf dem Reissbrett designt – nicht gebaut. Man ist sich bewusst, dass man sich vor dieser Waffe nicht schützen kann und sie auch nicht kontrollierbar ist.

Daher baut man diesen Container, ein hochkomplexes wissenschaftliches Labor, das Leben erschaffen kann - und schickt ihn auf die weite Reise zur Kugel.

Während der Reise wird die Kreatur – die Alienkönigin – erst “zusammengebaut”. Aus Aminosäuren, einem Mix aus verschiedenen Gen-Pools, Quecksilber, Salzsäure, Eiweissmolekülen, Wasserstoff.

So formt sich während der langen Reisezeit die Alienkönigin, kontrolliert und gesteuert von Maschinen auf diesem Raumschiff. Als sie zu existieren, zu leben beginnt, steht die fast fertige Kugel für einen Moment still. Dieses unvorhergesehene Ungleichgewicht ist eine Bedrohung für die Kugel.

Diese Kreatur – es hätte sie nie geben dürfen, ihre Existenz war nie geplant, sie hat keinen Platz in diesem Universum.

Ein mutiges Mitglied dieser fremdartigen Gattung – der spätere “Navigator” - opfert sich. Ein Märtyrer. Er muss das Problem im wahrsten Sinne des Wortes “aus der Welt schaffen” – aus DIESER Welt zumindest.

Er fängt das Container-Raumschiff der Menschen ab, er wird eins mit dem Raumschiff. Die Alienkönigin hat mittlerweile tausende von Eiern gelegt. Eine selbstbefruchtende Geburtsmaschine.

Das Container-Raumschiff ist der halbfertigen Kugel schon gefährlich nahegekommen – da macht der Navigator einen Sprung.

Einen Sprung in eine Parallelwelt, ein anderes Universum – UNSER Universum.

Er weiss, er wird nie mehr zurückkehren um seine Aufgabe zu erfüllen, seinen Platz in der Kugel auszufüllen und die Kugel zur Vollendung zu bringen, doch andere werden an seine Stelle treten. Er weiss – er muss das entstehende Vakuum füllen, das seine Abwesenheit erzeugt hat.

Doch er hat die Kugel erstmal vor ihrer Vernichtung bewahrt – dies ist alles was zählt. Er strandet auf einem einsamen, düsteren Planeten. Hier stirbt er alleine, weit weit weg von seiner Bestimmung. Auch die Alienkönigin stirbt im Laufe der Jahrhunderte. Sie verhungert. Sie versteinern. Was bleibt – sind die Eier. Geduldig, konserviert lauert das Grauen jahrtausendelang und wartet bis es seine Aufgabe erfüllen kann – töten und sich vermehren.

Ein Notsignal. Wer hat es aktiviert? Weshalb wurde es aktiviert? Das Notsignal wurde aktiviert vom – Navigator.

Er möchte die Vollendung der Kugel erreichen. Daher setzt er das Notsignal ein, um in diesem- UNSEREM - Universum – Lebewesen anzulocken, die von den Aliens getötet werden könnten, um als “Füllmittel” für die Kugel dienen zu können.

Nur das ist was für ihn zählt – die Vollendung der Kugel und die Erfüllung seiner Bestimmmung.

Das Notsignal wird über viele Jahrtausende ausgesendet – ungehört. Doch es wartet. Geduldig.

Bis zu diesem Tage – als ein Raumfrachter namens Nostromo in die Nähe dieses verfluchten Planeten kommt  und die Besatzung geweckt wird, um der Sache nachzugehen……

 

Und was wäre DEINE bevorzugte Variante für Aliens5?

Ich bin gespannt.